lovingtailwind - Abenteuer zwischen Meer, Wald und Schotterwegen

Wenn Wege zu Reisen werden Radtour im Harz – mitten durch Regen und Wald

loving tailwind

Trotz grauem Himmel, Regenschauern und fehlender Motivation mache ich mich auf in den Harz zu einer Radtour – und werde mit einem wilden Naturabenteuer belohnt. Schon nach wenigen Minuten klatschnass, kämpfe ich mich durch matschige, steinige und überflutete Wege, stürze mehrfach, erlebe aber auch eine beeindruckende Stille und Schönheit der Natur. Kein Mensch weit und breit, nur das Prasseln des Regens, das eigene Herzklopfen und die grüne Weite des Waldes. Am Ende bin ich durchnässt, hungrig – aber glücklich. Eine Tour voller Kontraste: chaotisch, herausfordernd, aber auch befreiend und wunderschön.

Radtour im Harz – mitten durch Regen und Wald

#38 | #Abenteuer | #Ausflug | #Berge | #Fahrradtour | #lovingtailwind | #MTB | #Natur | #Outdoor | #Tagestour | Ort Torfhaus
Diese Radtour im Harz beginnt ohne große Erwartungen – nur mit grauem Himmel, nassem Boden und der Lust, trotzdem loszufahren.

Mitten durch den Regen:

Eine Radtour im Harz, die alles andere als trocken war Es gibt Tage, da schreit einfach nichts nach einer Radtour. Der Himmel grau, die Motivation irgendwo zwischen Sofadecke und Kaffeetasse – und doch klicke ich mich in die Pedale. Heute ist so ein Tag. Der Wetterbericht spricht von „gelegentlichen Regenschauern“. Ein bisschen Niesel, dachte ich. Frische Waldluft, dachte ich. Naturromantik, dachte ich. Was ich bekam: eine nasse, wilde, absolut unvergessliche Fahrt durch den Harz. Schon beim Start bin ich noch leicht angeschlagen vom Vorabend. Die Beine sind schwer, der Kopf nicht ganz klar, und das Wetter gibt sich auch keine Mühe, mich zu überreden. Aber wer den Harz kennt, weiß: Selbst bei Regen hat dieses Mittelgebirge seine ganz eigenen, magischen Momente. Kaum angekommen, überrascht mich eine ungewohnte Stille. Der Parkplatz ist fast leer. Offenbar bin ich der Einzige, der sich heute freiwillig in den Wald wagt. Ich suche mir einen kleinen, unscheinbaren Pfad – und los geht’s.
Nebelverhangener Wanderweg mit hölzernem Wegweiser im Harz – mystische Stimmung bei einer Sommerwanderung durch den Harz
Kleiner Wasserfall an einem Waldbach im Harz – naturbelassene Szene mit Moos, Gras und fließendem Wasser

Den Sommertag im Harz genießen

Regen und Schlamm

Kein Schauer, kein Tröpfeln. Es ist ein regelrechter Weltuntergang, der auf mich niedergeht. Hätte ich mein Zelt dabei, ich hätte es aufgeschlagen – zum Unterstellen, nicht zum Übernachten. Trotzdem fahre ich weiter. Ich bin nun schon mal hier. Und je nasser ich werde, desto egaler wird es. Irgendwann ist alles einfach durchnässt – Jacke, Hose, Socken, Schuhe, Laune. Okay, letzteres stimmt nicht ganz. Denn die Wege im Harz? Ein absoluter Traum.
Auch wenn ich dreimal im Matsch lande – einfach so, weil das Rad auf glitschigen Wurzeln ausbricht – kann ich kaum aufhören zu grinsen. Es ist abenteuerlich. Steinig. Teilweise unter Wasser. Ich fahre mal auf Sand, mal auf Gras, mal direkt durch kleine Bäche, die sich den Weg mit mir teilen. Wäre ich ein Mountainbike, ich hätte heute meinen Spaß. Bin ich aber nicht.
Hinweistafel im Nationalpark Harz – dichter Fichtenwald und Heidelbeersträucher im nebligen Hochharz

Das Naturschutzgebiet

Zehn Minuten später bin ich klatschnass

Die Natur zeigt sich in ihrer ganzen, ruhigen Pracht. Kein Mensch weit und breit. Nur ich, das Fahrrad und der Wald. Das gleichmäßige Prasseln des Regens auf den Blättern wird zur Begleitmusik. Mein Herz pocht im Takt. Ich atme tief die kühle, klare Luft ein und denke: Genau deswegen bin ich hier. Doch irgendwann meldet sich mein Kreislauf. Ich hätte vielleicht doch frühstücken sollen. Aber eine Pommesbude im Wald? Fehlanzeige. Also Zähne zusammenbeißen, weiterfahren und von warmen Gedanken träumen. Von Kaffee. Von einem trockenen Handtuch. Von einer beheizten Umkleide.

Eine Radtour im Harz, die bleibt

Nach zweieinhalb Stunden bin ich zurück. Eigentlich sollte die Tour nur zwei Stunden dauern. Aber Regen, Schlamm und ein paar unfreiwillige Bodenproben kosten Zeit. Ich sehe aus wie ein lebendiger Waldboden. Mein Bike ist nicht besser dran. Gemeinsam haben wir eine ordentliche Schlammpackung hinter uns. Ich denke kurz darüber nach, mir bei Globetrotter einen Pullover zu kaufen. Irgendwas Warmes, Trockenes. Aber ich entscheide mich um. Ich will jetzt nur noch eins: Essen. Und einen Kaffee. Ganz dringend einen Kaffee.

Fazit?

Diese Tour war anstrengend, nass, chaotisch. Aber auch wunderschön, befreiend und ein kleines bisschen verrückt. Genau das macht solche Tage unvergesslich. Der Harz im Regen? Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Und beim nächsten Mal? Da packe ich die Regenjacke ein. Versprochen ☺
Wissenswertes: Torfhaus liegt auf rund 800 Metern Höhe und ist einer der höchstgelegenen Orte Norddeutschlands – entsprechend rau zeigt sich hier oft das Wetter. Nationalpark Harz

Momente unterwegs

Manche Eindrücke lassen sich nicht in Worte fassen. Diese Bilder sind unterwegs entstanden – zwischen Wind, Wegen und kleinen Pausen. Sie erzählen von Stimmungen, Licht und Augenblicken, die bleiben, auch wenn die Tour längst vorbei ist.

Mitten durch den Regen – und mitten ins Herz Der Himmel hängt tief, als der Radfahrer in die Pedale klickt. Der Tag schreit nicht gerade nach Abenteuer – eher nach Sofadecke, drittem Kaffee und der Playlist „mild melancholisch“. Und doch: Der Harz ruft. Grau, nass, still. Der Radfahrer antwortet mit einem entschlossenen „Trotzdem!“ Der Wetterbericht hatte von „gelegentlichen Regenschauern“ gemurmelt. Der Radfahrer denkt an ein bisschen Niesel, frische Waldluft, ein wenig Naturromantik. Was er bekommt: einen wilden Wasserfall von oben, den feuchtesten Trail des Jahres und eine innere Achterbahnfahrt, wie sie nur der Harz bieten kann. Der Start ist holprig. Die Beine schwer vom Vorabend, der Kopf noch ein bisschen benebelt vom letzten Glas Wein. Der Parkplatz? Leer. Kein anderer Mensch weit und breit – ein deutliches Zeichen: Nur Verrückte fahren heute hier. Er rollt los. Zehn Minuten später ist er durch. Also wirklich durch – klatschnass, bis auf die Haut. Der Regen ist kein Schauer. Es ist ein regelrechter Weltuntergang. Doch etwas passiert: Je durchnässter er wird, desto egaler wird’s. Irgendwann ist alles feucht – Jacke, Hose, Socken, Schuhe. Aber nicht die Stimmung. Die Wege im Harz? Ein Traum in Matsch und Moos. Er stürzt drei Mal. Glitschige Wurzeln, tiefer Schlamm, kleine Bäche, die plötzlich quer über den Weg springen. Er flucht, lacht, hebt sich wieder auf. Ein Teil von ihm will fluchen. Der andere tanzt innerlich. Es ist absurd. Und wunderschön. Die Natur ringsum zeigt sich in einem Klangbild aus Tropfen, Rascheln, Knistern. Kein Mensch stört, keine Hektik lenkt ab. Nur das rhythmische Prasseln auf den Blättern, das Gurgeln kleiner Bäche und das leise Surren des Antriebs. Der Harz atmet in Grau und Grün – und der Radfahrer atmet mit. Er merkt, wie sein Kreislauf langsam protestiert. Frühstück? Fehlanzeige. Pommesbude im Wald? Leider nein. Also durchbeißen. Er denkt an heißen Kaffee, trockene Kleidung, ein Handtuch. Und tritt weiter. Nach zweieinhalb Stunden ist er zurück. Eigentlich sollte die Tour nur zwei dauern, aber der Harz hatte andere Pläne. Der Radfahrer sieht aus wie eine Mischung aus Moosgolem und Schlammpilot. Das Bike ist nicht besser dran – eine einzige braune Masse mit Kette und Reifen. Er überlegt kurz, ob er bei Globetrotter einfach einen Pullover kaufen soll. Tut es aber nicht. Stattdessen: ab ins nächste Café. Essen. Wärme. Kaffee. Und das gute Gefühl, etwas erlebt zu haben, das nicht geplant war – aber bleibt. Fazit: Diese Tour war nass, chaotisch und alles andere als komfortabel. Aber sie war auch ehrlich, wild, wunderschön. Der Harz hat sich nicht von seiner schönsten Seite gezeigt – aber vielleicht von seiner wahrhaftigsten. Und beim nächsten Mal? Regenjacke. Ganz sicher. Vielleicht.

Das könnte dein nächstes Abenteuer werden

Jede Reise hier hat etwas in mir verändert.
Vielleicht weckt eine davon auch in dir ein kleines Ziehen, ein Kribbeln oder eine Idee, die sagt:
„Vielleicht sollte ich mal wieder los.“

Und genau dafür sind diese Seiten da.

Mein Mountainbike läuft auf Muskelkraft – der Blogger dahinter auf Kaffee. ❤️

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Schreib gern einen Kommentar. Der Radfahrer freut sich über Geschichten, Tipps und Gedanken von unterwegs.

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Bis zum nächsten Rückenwind

Vielleicht planst du gerade deine nächste Tour, vielleicht träumst du nur vom Meer oder vom Wald vor der Haustür. Egal, wo du gerade bist – ich hoffe, dass du hier etwas findest, das dich ein Stück nach draußen zieht.

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