lovingtailwind - Abenteuer zwischen Meer, Wald und Schotterwegen

Wenn Wege zu Reisen werden Biken bei Drei Annen Hohne mit Schlamm und Schnee

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Harzabenteuer im April: 3 Grad, Schnee, Hagel – und ich mittendrin. Von Drei Annen Hohne um die Rappbodetalsperre, 60 km, 900 Höhenmeter, Schlamm, Stürze und schmerzende Knie. Aber auch: Wasserfälle, Ruhe, ein atemberaubender Blick auf die Talsperre. Harz, du Wildes Ding – ich komme wieder!

Biken bei Drei Annen Hohne mit Schlamm und Schnee

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Diese Mountainbike-Tour im Harz rund um Drei Annen Hohne führt durch Schlamm, Schnee und stille Wälder – roh, fordernd und genau deshalb so ehrlich.

Biken bei Drei Annen Hohne – an der Rappbodetalsperre

trotzdem ist mein Herz frei – warum der Harz mich trotzdem glücklich macht
Der Harz – mein Sehnsuchtsort. Ja, ich gebe es zu: Ich liebe diesen wilden, widersprüchlichen Landstrich, der sich irgendwo zwischen Naturparadies und Klimadrama einpendelt. Wenn ich durch die kahlen, vom Borkenkäfer zerfressenen Hänge radle, weht da immer ein Hauch von Melancholie mit. Die endlosen Reihen grauer Baumstümpfe, die sich wie Mahnmale in den Himmel recken, tun weh. Und doch – oder gerade deshalb – atme ich hier auf. Vielleicht ist es dieses Unperfekte, das mich so berührt. Die stille Kraft, die trotz aller Wunden bleibt.

Drei Annen Hohne, ein kleiner Ort mit großem Namen
Zwei Stunden Autofahrt liegen vor mir, als ich am frühen Morgen losdüse. Noch vor dem ersten Kaffee spüre ich: Heute wird besonders. Die Straßen werden schmaler, die

Die große Hängebrücke im Harz

Einfach loslassen: MTB-Tour durch den winterlichen Harz

Wälder dichter – und mein Kopf wird leerer. Jeder Kilometer bringt mich ein Stück näher zu mir selbst. Schon das Ankommen ist ein kleines Loslassen.
Die Wetter-App kündigte 15 Grad und Sonnenschein an. Was ich bekomme? 3 Grad, Schneeregen und später sogar Hagel. Willkommen im Harz. Ich lache – ehrlich. Natürlich ist das kein „ideales“ Wetter für eine lange Tour. Aber irgendwie ist es genau das, was ich gerade brauche. Natur pur, mit allem, was dazugehört.

Eiskalte Finger und warme Gedanken auf dem Trail

Ich starte in Drei Annen Hohne, ein kleiner Ort mit großem Namen für Wanderer und Radfahrer. Es schneit. Leise, fast zärtlich. Meine Handschuhe? Liegen zu Hause. Super. Ich versuche, mir die Hände warm zu pusten, während ich das E-Bike vom Träger hieve. Vor mir liegen etwa 60 Kilometer mit 900 Höhenmetern – ein ambitioniertes Programm, besonders bei diesen Bedingungen. Aber ich bin voller Vorfreude. Die Strecke soll mich zur Rappbodetalsperre führen, einen Abstecher nach Thale inkludieren und dann wieder zurück zum Ausgangspunkt führen.

Auch im Harz weite Sicht

Tragepassagen, Matsch und innere Ruhe

und ein Trail, der alles fordert
Die ersten Kilometer rollen gut. Der Schnee knirscht leise unter den Reifen, der Wald ist in ein dunstiges Weiß getaucht. Es wirkt fast magisch. Ein Bach schlängelt sich an meiner Seite entlang, zwitschert mir ein Lied aus Kindertagen. Die Vögel scheinen sich heute aus dem Staub gemacht zu haben – kein Wunder. Trotzdem ist da dieses wohltuende Gefühl von Einsamkeit. Ich bin allein – aber nie einsam.
Ein kleiner Wasserfall lädt zur ersten Pause ein. Ich atme tief durch, mache ein paar Fotos. Die Sonne kämpft sich kurz durch die Wolkendecke. Für einen Moment glitzert alles – Schnee, Wasser, mein Atem. So könnte es bleiben. Aber das Abenteuer klopft schon an.
Je weiter ich fahre, desto rauer wird der Weg. Der Schnee weicht matschigem Boden, Pfützen lauern hinter jeder Kurve. Baumstämme versperren mir den Pfad, Äste hängen tief. Ich schiebe, klettere, fluche – und lache gleichzeitig. Drei Mal liege ich mit dem Rad im Dreck. Meine Kleidung ist jetzt mehr braun als bunt. Der Plan, nach der Tour irgendwo nett einzukehren? Gestrichen. Ich sehe aus wie nach einer Mischung aus Tough Mudder und Waldbad.

Die Rappbodetalsperre – stiller Höhepunkt der Tour

Dann kommen die ersten Tragepassagen. Das E-Bike wiegt gefühlt eine Tonne. Jeder Schritt ist ein Balanceakt zwischen Stolz und Stöhnen. Ich rutsche über schlammige Hänge, wuchte das Rad über umgestürzte Bäume. Ich fluche auf eine Art, die Kinderohren nicht hören sollten – aber in mir brodelt ein tiefes Glück. Es ist echt. Keine Instagram-Kulisse, kein gestelltes Abenteuer. Einfach nur ich, mein Rad und der Harz in seiner rohen Schönheit.
Ich treffe kaum Menschen. Eine ältere Wanderin nickt mir anerkennend zu, als ich mein Rad bergauf schiebe. „Respekt“, murmelt sie und verschwindet zwischen den Bäumen. Ich lächle. Diese kleinen Begegnungen – sie wärmen.

Warum Mountainbiken im Harz nicht perfekt sein muss

Nach etwa 30 Kilometern bin ich an der Rappbodetalsperre. Der Blick ist atemberaubend. Der riesige Stausee liegt wie ein dunkler Spiegel unter mir, eingerahmt von schneebedeckten Bergen. Im Hintergrund erkenne ich den Wurmberg – sein weißer Gipfel leuchtet fast unwirklich. Ich setze mich auf eine Bank, trinke einen Schluck heißen Tee aus der Thermosflasche (den ich mir heute früh noch in letzter Minute eingepackt habe – danke, innere Stimme!). Und dann bin ich einfach nur still. Dieser Moment gehört mir.
Der Rückweg ist eine Mischung aus Anstrengung und Achtsamkeit. Meine Beine sind schwer, der Akku des Bikes neigt sich dem Ende zu – und trotzdem fühle ich mich leicht. Jeder Anstieg ist eine kleine Prüfung. Ich muss absteigen, schieben, mich motivieren. 10 Prozent Steigung mit leerem Akku? Das ist nicht lustig. Aber ich schaffe es. Schritt für Schritt. Pedalumdrehung für Pedalumdrehung.
Ich denke viel nach auf diesen letzten Kilometern. Über das, was mich antreibt. Was mich bremst. Wie gut es tut, sich manchmal richtig zu fordern. Und wie befreiend es ist, wenn man merkt, dass man mehr kann, als man dachte.

Zurück am Auto bin ich durchnässt, durchgefroren, durchgeschwitzt – und durch und durch glücklich. Ich ziehe mich um, werfe mich in trockene Sachen, trinke den letzten Rest Tee. Der Muskelkater für morgen ist schon programmiert – aber das ist okay. Ich habe heute etwas erlebt, was in keinem Reiseführer steht. Etwas, das bleibt.

Harz, du Wildes Ding – ich komme wieder. Versprochen.
Ich liebe Touren wie diese. Die, die man nicht planen kann. Die, die unperfekt sind – aber echt. Wo nichts glatt läuft und trotzdem (oder gerade deswegen) alles Sinn macht. Ich komme wieder, lieber Harz. Vielleicht bei Sonne, vielleicht wieder bei Schnee. Ganz sicher mit Handschuhen. Und ganz bestimmt mit dem gleichen Grinsen im Gesicht 😊

Wissenswertes:
Drei Annen Hohne ist ein zentraler Ausgangspunkt für Touren im Oberharz und liegt direkt an mehreren Fernwander- und Radwegen. Besonders beliebt ist der Abschnitt Richtung Rappbodetalsperre, der landschaftlich zu den eindrucksvollsten Regionen des Harzes zählt.
Mehr Infos zu Touren, Natur und Schutzgebieten findest du auf der offiziellen Harz-Seite:
Naturpark Harz

Momente unterwegs

Manche Eindrücke lassen sich nicht in Worte fassen. Diese Bilder sind unterwegs entstanden – zwischen Wind, Wegen und kleinen Pausen. Sie erzählen von Stimmungen, Licht und Augenblicken, die bleiben, auch wenn die Tour längst vorbei ist.

Der Radfahrer steht am frühen Morgen auf einem stillen Parkplatz in Drei Annen Hohne, und schon beim ersten Atemzug spürt er: Heute wird besonders. Die Luft ist klar und schneidend kalt, ein zarter Schneeregen fällt, und sein E‑Bike glänzt im fahlem Licht — frisch aus der Werkstatt, bereit für Abenteuer. 60 Kilometer, rund 900 Höhenmeter und eine wilde Strecke warten auf ihn. Wetter‑App? Hat irgendwas von Sonnenschein versprochen. Realität? Drei Grad, Schneeregen — und später sogar Hagel. Willkommen im Harz.

Er zieht die Jacke enger, pfeift sich selbst warm und schwingt sich in den Sattel. Gleich die ersten Meter fühlen sich an wie ein Tritt in einen Tag voller Überraschungen: Der Waldboden knirscht unter den Reifen, die Bäume stehen wie stumme Zeugen, manche schon kahl und vom Borkenkäfer zerfressen. In den kahlen Hängen weht immer ein Hauch von Melancholie — Mahnmale der Natur. Aber statt zu drücken, öffnet dieser Kontrast eine Tür: Hier draußen atme ich auf. Diese rohe, unperfekte Wildnis berührt ihn tief.

Der erste Abschnitt ist noch weich und einladend. Ein Bach glitzert an seiner Seite, zwitschert leise ein Lied aus Kindertagen. Die Vögel haben sich offenbar verkrochen, aber die Einsamkeit ist kein Nachteil — sie ist Begleiterin und Freund. Ein kleiner Wasserfall lädt zur Pause ein. Er steigt ab, macht Fotos, und plötzlich kämpft die Sonne für einen Moment durch die Wolken. Alles glänzt — Wasser, Schnee, sein Atem. Ein Augenblick, den er schon im Herzen speichert.

Doch dann wird der Weg rauer. Schnee weicht matschigem Boden, Pfützen lauern hinter jeder Kurve, umgestürzte Baumstämme versperren den Pfad. Er schiebt, klettert, flucht — und lacht gleichzeitig. Dreimal landet er mit dem Rad im Dreck. Seine Kleidung ist bald mehr braun als bunt. Der Plan, nach der Tour irgendwo gemütlich einzukehren? Verflogen. Er sieht aus wie eine Mischung aus Tough Mudder und Waldbad. Und trotzdem — oder gerade deswegen — ist sein Herz weit offen.

Die ersten Tragepassagen fordern alles. Das E‑Bike wirkt wie eine Tonne, jeder Schritt ist Balanceakt zwischen Stolz und Stöhnen. Schlamm, rutschige Hänge, umgestürzte Bäume — aber seine Freude wächst mit jedem gemeisterten Meter. Eine ältere Wanderin nickt ihm anerkennend zu, als er sein Rad bergauf schiebt. „Respekt“, murmelt sie und verschwindet wieder zwischen den Bäumen. Das warme Lächeln, das ihm folgt, trägt ihn weiter.

Nach etwa dreißig Kilometern erreicht er die Rappbodetalsperre. Der riesige Stausee liegt da wie ein dunkler Spiegel, eingerahmt von schneebedeckten Bergen. Der Wurmberg grüßt mit seinem weißen Gipfel im Hintergrund. Er setzt sich auf eine Bank, trinkt heißen Tee aus der Thermoskanne — ein Geschenk seiner spontanen Entscheidung am Morgen. Gipfelstille, Winterlicht und Stolz, denkt er, während seine Gedanken zur Ruhe kommen.

Der Rückweg fordert noch einmal alles: Akku leer, Beine schwer, Anstiege steil. Aber Schritt für Schritt schafft er es — mit Geduld, Atem, Mut und einem klaren Blick. Jeder Höhenmeter ist ein kleines Gespräch mit sich selbst. Am Ende spürt er nicht nur Muskelkater, sondern vor allem ein tiefes Glück.

Zurück am Auto ist er durchfroren, durchnässt und durchgeschwitzt — und gleichzeitig voller Wärme im Herzen. Harz, du wilde Schönheit, denk er, du machst mich glücklich. Nicht trotz deiner Wunden, sondern gerade wegen ihnen. Unperfekt, ehrlich, frei.

Harz, ich komme wieder. Vielleicht bei Sonne, vielleicht wieder bei Schnee — aber ganz sicher wieder mit Handschuhen und einem Lächeln im Gesicht 😊

Das könnte dein nächstes Abenteuer werden

Jede Reise hier hat etwas in mir verändert.
Vielleicht weckt eine davon auch in dir ein kleines Ziehen, ein Kribbeln oder eine Idee, die sagt:
„Vielleicht sollte ich mal wieder los.“

Und genau dafür sind diese Seiten da.

Mein Mountainbike läuft auf Muskelkraft – der Blogger dahinter auf Kaffee. ❤️

Lass doch einfach was da

Du kennst die Strecke, warst schon hier unterwegs oder hast einfach eine Frage zur Tour?
Schreib gern einen Kommentar. Der Radfahrer freut sich über Geschichten, Tipps und Gedanken von unterwegs.

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Bis zum nächsten Rückenwind

Vielleicht planst du gerade deine nächste Tour, vielleicht träumst du nur vom Meer oder vom Wald vor der Haustür. Egal, wo du gerade bist – ich hoffe, dass du hier etwas findest, das dich ein Stück nach draußen zieht.

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