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Wenn Wege zu Reisen werden Mit dem Rad nach Kroatien Tag 1: Himmel & Hölle bis Bled (glühende Bremsen)

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Mit jedem Höhenmeter wurde der Tag wilder – glühende Bremsen, steile Rampen, geschlossene Straßen und ein See wie aus einem Märchen. Was als chaotischer Morgen begann, wurde zu einem der intensivsten Abenteuer meiner Reise. Diese Etappe hat mich gefordert, überrascht und am Ende tief berührt. 🚴‍♂️✨

Mit dem Rad nach Kroatien Tag 1: Himmel & Hölle bis Bled (glühende Bremsen)

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Mit dem Rad nach Kroatien Tag 1 startet so, wie gute Abenteuer starten: mit einer Portion Chaos. Mein Navi improvisiert, die Berge werden steiler, das Wasser weniger – und irgendwo zwischen Schotter und Schweiß wartet Bled wie die Belohnung.

🌟 Warum genau diese Strecke – und kein Meter weniger 🚴‍♂️✨

Manchmal zeigt erst die Mischung aus Chaos, Schmerz und pures Glück, warum eine Route die richtige war. Diese Strecke nach Bled war hart, steil und voller ungeplanter Abenteuer – doch genau das machte sie unvergesslich. Die atemberaubenden Ausblicke, die Stille der Berge, der Moment am Café mit Latte Macchiato und Mandarinen-Drink und der märchenhafte See am Ende belohnten jede Qual. Am Ende war klar: Dieser Weg war eine gute Idee, weil er mich erinnerte, wie lebendig man sich fühlen kann, wenn man über sich hinauswächst. 💙
von Villach nach Bled
von Villach nach Bled

✨ Besonderheit des Tages

Die glühenden Bremsen mitten im Hochgebirge – das Zischen des Bergwassers, der aufsteigende Dampf und der Nervenkitzel, ob alles hält. Ein Moment purer Wildnis, Technik und Abenteuer. 🚴‍♂️🔥

Manchmal zeigt ein einziger zischender Bremmoment, wie nah Angst und Glück beieinanderliegen – und wie lebendig sich echter Abenteuergeist anfühlt.

Navi-Chaos und brutaler Anstieg: Wenn der Tag sofort alles fordert

Es gibt Tage, da merke ich schon nach den ersten Metern: Heute wird’s spannend. Kaum bin ich losgerollt, zeigt mein Navi plötzlich Kreativität. Und zwar die Art von Kreativität, die mich garantiert nicht nach Kroatien bringt. Statt einer gemütlichen Einfahrphase lande ich irgendwo zwischen „Wie bin ich hier gelandet?“ und „Das stand nicht im Reiseführer“. 😂 Mein Navi behauptet natürlich weiterhin, genau zu wissen, wo’s langgeht. Ich hingegen stehe mitten im Wald und schwöre mir, nie wieder über Leute zu lachen, die sich am Kreisverkehr verfahren. Aber hey – ich bin unterwegs. Und das zählt. Ich radele los, noch gut gelaunt, noch voller Energie, noch überzeugt, dass der Tag bestimmt herrlich wird. Eine Überzeugung, die nach wenigen Kilometern genauso ins Wanken gerät wie mein Vorderreifen auf losem Schotter. Denn plötzlich steigt der Weg an. Und zwar nicht so ein bisschen, sondern richtig brutal. So „Ich-will-meine-Mama“-brutal. Ich stehe bei 1200 Höhenmetern, keuche wie ein kaputter Staubsauger, friere, schwitze und frage mich, warum ich eigentlich nicht am Strand liege. Bis 1600 Höhenmeter kämpfe ich mich hoch – dann ist Schluss. Ich schiebe. Ich schnaufe. Ich fluche. Ich bleibe stehen, alle 100 Meter, Hände auf die Knie gestützt. Und der Gedanke, der sich in meinem Kopf festsetzt wie Kaugummi im Schuh: „Warum tue ich mir das an?“ Mein Wasser ist leer. Für den Energieriegel fehlt mir die Kraft. Und kurz spiele ich mit dem Gedanken, einfach hier zu übernachten. Vielleicht werde ich ja von Murmeltieren adoptiert. 🥵😂

von Villach nach Bled

Mit dem Rad nach Kroatien – Der Ausblick ist traumhaft

Zwischen Schönheit und Schmerz – Der Gipfel als Belohnung

Doch dann passiert dieses kleine Wunder, das einem nur auf solchen Touren begegnet: Ich bleibe kurz stehen, schaue zurück – und sehe die Berge, die Seen, die Wälder. Alles liegt unter mir, als hätte jemand ein Postkartenmotiv lebendig werden lassen. Und genau das rettet mich. Diese Aussicht. Dieses Gefühl, Teil von etwas Großem zu sein. Nach einer gefühlten Ewigkeit – real wahrscheinlich ein bis zwei Stunden – erreiche ich endlich den Gipfel. Komplett am Ende, schweißdurchtränkt, glücklich. Ich reiße die Arme hoch. Ich habe es geschafft! 🏅 Der Weg nach unten sollte leichter sein. Sollte. Denn kaum rolle ich los, wird mir klar: Das hier wird kein sanfter Abstieg. Ich rüttele über Steine, halte den Lenker so fest, als müsste ich damit ein Flugzeug landen. Rechts neben mir: ein Abgrund, tief, ungesichert, und definitiv nichts für schwache Nerven. Meine Bremsen arbeiten im Dauereinsatz. Und dann – dieser Geruch. Dieses leise Geräusch. Dieses „Oh-oh“-Gefühl. Die hintere Bremse verabschiedet sich langsam. Ich bete zum Fahrradgott, ziehe vorsichtig die Vorderradbremse, halte an und merke: Die Dinger sind glühend heiß. 😳 Was tun? Kühlen. Aber womit? Zum Glück fließt neben mir ein kleiner Bach. Also fülle ich die Flasche, kippe das eiskalte Wasser über die Bremse – Zisch! Dampf steigt auf, als würde mein Rad eine Zigarette ausdrücken. 😂 Hilft es? Ein bisschen. Reicht es? Nein. Und ich habe noch 1400 Höhenmeter vor mir. 😩

von Villach nach Bled
von Villach nach Bled

Alpenüberquerung Fahrrad – Zwischen Österreich und Kroatien

Glühende Bremsen, Bachwasser und Nervenkitzel bergab

Als wäre das noch nicht genug, treffe ich wenige Minuten später auf eine Absperrung. „Road closed.“ Ein Bauarbeiter winkt wild und ruft: „This road is closed!“ Ich lächle unschuldig: „Sorry, I don’t understand, I’m from Germany.“ Er sieht mich an, als hätte ich gerade behauptet, die Erde sei flach. Egal. Zurück will ich nicht. Also fahre ich weiter. Kurz darauf verstehe ich, warum gesperrt wurde: Erdrutsche. Baumfällarbeiten. Instabile Erde. Ach ja – und ich mittendrin. „Ich muss schneller sein als die Natur“, sage ich mir. Mutig. Oder dumm. Schwer zu sagen. Immerhin brauche ich kaum Bremsen – die funktionieren sowieso nur noch halb. 🍀 Doch mein größtes Problem ist inzwischen der Durst. Mein Wasser ist weg. Meine Flasche enthält nur noch kaltes Bachwasser für die Bremsen. Ich sehe in der Ferne eine Autobahnraststätte. Vier Spuren trennen mich von der Erlösung. Ich rechne kurz. Ich bin durstig – aber nicht lebensmüde. Ein paar Kilometer weiter erreiche ich ein kleines Dorf mit einem Café. Ich bestelle einen Latte Macchiato und einen frisch gepressten Mandarinen-Drink. Und ich schwöre: Noch nie hat etwas so gut geschmeckt. 😋 Ich sitze draußen, schaue ins Tal und denke: „Dafür hat sich alles gelohnt.“

von Villach nach Bled
von Villach nach Bled

Bled mit dem Fahrrad – Der See in Bled.

von Villach nach Bled

Geschlossene Straßen, offene Augen – und sehr wenig Wasser

Mein Tagesziel: Bled. Ein See so schön, dass man ihn eigentlich in Watte packen möchte. Hellblaues Wasser, Insel mit Kirche, Berge ringsherum – ein Bilderbuch. Ich freue mich aufs Hotel. Vor allem auf Essen. Viel Essen. Doch dann sehe ich das Schild. „Heute Ruhetag.“ 😳 Ich stehe davor wie ein Kind vor einem leeren Süßigkeitenregal. Zum Glück erklärt mir der Hotelbesitzer, dass es am See mehrere Restaurants gibt – also mache ich mich zu Fuß auf den Weg. 5,5 km später (mein Hunger hat inzwischen seinen eigenen Puls) erreiche ich die ersten Buden. Die Stimmung: traumhaft. Die Landschaft: märchenhaft. Der Hunger: gefährlich. Ich bestelle einen Burger, weil es nichts anderes gibt. Statt eines Gourmettraums bekomme ich die Imbiss-Variante, die mich an „Bitte kein Bauchweh“ denken lässt. Aber egal. Ich esse. Ich überlebe. Später, im Dunkeln, stapfe ich zurück zum Hotel. Völlig fertig. Durchgeschüttelt. Halb verdurstet. Aber mit einem Gefühl im Herzen: Heute war ein Tag voller Leben. Ich habe gelernt, dass Grenzen nicht nur Linien auf Karten sind. Sie verlaufen auch im Kopf. Und manchmal reicht ein Latte Macchiato, um die Welt wieder geradezurücken. 🌙☺️

Mit dem Rad nach Kroatien Tag 1

Tag 1 hat mich getestet: Navi, Durst und glühende Bremsen. Aber Bled hat’s geradegebogen. Morgen geht’s weiter — und ich hoffe, das Navi hat über Nacht Therapie gemacht.

Wissenswertes:

Bled ist einer der bekanntesten Orte Sloweniens: ein türkisblauer See, eine kleine Insel mit Kirche in der Mitte und darüber die Burg – als hätte jemand „Bilderbuch“ als Landschaft bestellt. Wenn du nach der Etappe noch Energie übrig hast, lohnt sich ein Spaziergang um den See oder der Blick von oben auf das Panorama. Offizielle Infos, Tipps und Highlights findest du hier: Bled auf slovenia.info.

Der Radfahrer tritt in die Pedale. Erst zögerlich, dann gleichmäßiger. Das rote MTB erwacht unter ihm zum Leben. Die Pedale drehen sich, die Kette klackert sich durch die ersten Gänge. Es ist dieses vertraute Surren, das ihn sofort beruhigt, dieses gleichmäßige Rattern, wenn die Schaltung die Zähne wechselt. Unter den Reifen knacken Steine, springen nach links und rechts weg, während die Stollen sich in den Schotter graben. Jedes Geräusch, jedes Vibrieren wandert durch Rahmen, Gabel und Lenker direkt in seinen Körper. Eigentlich wollte er heute nachdenken. Antworten finden. Entscheidungen sortieren, Menschen einordnen, vielleicht Klarheit gewinnen. Doch je länger sich die Räder drehen, desto mehr verschwinden diese Gedanken. Stattdessen übernimmt der Rhythmus: Surren, Klackern, Rattern, Knirschen. Alles andere wird leise, wie weggeblasen. Es gibt keine Grübeleien mehr, keine dunklen Schatten. Nur die Bewegung, den Flow, der ihn mitreißt. Er spürt die Erschöpfung in den Beinen, die Hitze im Körper – und trotzdem breitet sich Stolz aus. Wenige würden solche Touren wagen: steile Rampen, endlose Kilometer, holprige Trails, brennende Sonne. Doch er nimmt sie an. Sein Rad nimmt sie an. Und zusammen wachsen sie über ihre Grenzen hinaus. Doch auch die Sorge fährt mit. Bei jeder Abfahrt spürt er die Hitze der Bremsen, wenn sie unter seinen Fingern ächzen. Ein beißender Geruch steigt auf, verbranntes Material. Er hört das Zischen, wenn er kaltes Wasser aus der Flasche über die Scheiben gießt. Das Rad leidet – und er leidet mit. Vielleicht ist es wie im Leben, denkt er: Manche Teile halten nicht ewig. Manchmal muss man abmontieren, ersetzen, neu aufbauen. Schwer, aber notwendig. Und trotzdem: Wenn er den Bremshebel zieht, wenn die Gabel zittert, wenn der Lenker in seinen Händen vibriert – er fährt weiter. Gerade darin liegt seine Stärke. Es ist dieses stille Wissen: Er wird die Schwierigkeiten meistern. Hier, auf den steilen Trails. Aber auch dort, wo es nicht um Berge und Wege geht, sondern um all die unsichtbaren Kämpfe. Er spürt, wie er mit jedem Tritt verschmilzt – mit dem Rad, mit der Natur, mit sich selbst. Das Rad ist kein Gefährt. Es ist ein Spiegel. Jeder Schlag ins Material trifft ihn. Jede Schramme auf dem Lack erinnert an vergangene Hürden. Doch wenn die Kette schnurrt, wenn die Reifen fliegen, dann fliegt auch er. Auf einmal bleibt sein Blick an etwas Kleinem hängen: eine Pusteblume am Wegesrand. Er hält an, steigt ab, beugt sich hinunter und nimmt sie vorsichtig in die Hand, als wäre sie etwas Kostbares. Einen Moment lang betrachtet er die zarten weißen Schirmchen, dann pustet er sanft hinein. Sie tanzen davon, getragen vom Wind, schweben leicht und frei durch die Luft. Ein warmes Gefühl durchströmt ihn – ein wundervoller glücklicher Moment. Ihm wird klar: manchmal reicht ein Atemzug, um alles leichter zu machen. Und zwischendrin diese Momente, die größer sind als Müdigkeit. Seen, so klar, dass sie wirken wie ein Spiegel der Seele. Wälder, die im satten Grün rauschen, während sein Rad leise über die Steine singt. Eine Blume, die trotzig aus einer Felsspalte wächst. Er hält kurz inne, atmet durch, spürt, wie sein Herz aufgeht. Und in diesem Moment denkt er an Menschen, die ihm guttun. An Begegnungen, die bleiben. Vielleicht ist es manchmal richtig, die geplante Route zu verlassen, den eigenen Weg neu zu wählen – und einfach dem Glück zu folgen. Als er schließlich am See von Bled ankommt, erschöpft und schweißgebadet, setzt er den Fuß auf den Boden. Das rote MTB steht neben ihm, staubig, voller Kratzer, aber treu wie eh und je. Er legt die Hand auf den Rahmen, streicht über den kühlen Lack, fast so, als würde er einem Freund auf die Schulter klopfen. Gemeinsam haben sie getragen, gelitten und geflogen. Gemeinsam haben sie Berge erklommen und Steine zerschmettert. Und während die Sonne über dem Wasser glitzert, während das Rad leise abkühlt und die Kette im Nachklang noch einmal kurz klackert, weiß er: Morgen geht es weiter. Gemeinsam. Mit Stolz, mit Zuversicht, mit Freude. Denn das Leben fährt sich wie das Rad: Manchmal holprig, manchmal rasant – aber immer mit der Chance auf neue Horizonte.

So sah die Tour wirklich aus

Wer hier eigentlich unterwegs ist

Ich bin Sascha – der Kopf hinter lovingtailwind und der Typ,
der lieber mit Gegenwind als mit Stillstand lebt. Wenn ich nicht
gerade im Büro sitze, rolle ich irgendwo zwischen Ostsee, Harz
und „mal schauen, wo ich heute lande“ durchs Leben.

Auf lovingtailwind erzähle ich von den Momenten dazwischen:
vom Fluchen am Berg, vom Lachen im Regen, von kleinen Zufallsbegegnungen
und von diesem Gefühl, dass draußen alles ein bisschen leichter wird.
Wenn du solche Geschichten magst, bist du hier genau richtig.

  • 🚴 Liebt Touren, bei denen der Plan unterwegs entsteht.
  • 🌊 Fühlt sich am Meer genauso zuhause wie im Harz.
  • ☕ Glaubt, dass gute Geschichten mit Kaffee besser werden.

Mein Mountainbike läuft auf Muskelkraft – der Blogger dahinter auf Kaffee. ❤️

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