lovingtailwind - Abenteuer zwischen Meer, Wald und Schotterwegen

Wenn Wege zu Reisen werden Camino Frances Teil 3: Cruz de Ferro & Klosterwärme

loving tailwind

Der Camino verändert mich nicht durch die Kilometer, sondern durch Orte, die mein Herz berühren: ein Berg voller Lasten, ein warmes Kloster, ein Papierstern. Auf dieser Etappe spüre ich, wie jede Station ein Stück meiner inneren Reise freilegt – leise, kraftvoll, unvermeidlich. 🌄✨

Camino Frances Teil 3: Cruz de Ferro & Klosterwärme

#00 | #Abenteuer | #buencamino | #camino | #Fernreise | #lovingtailwind | #MeinWeg | #Outdoor | #Reise | #zu Fuß | Land Spanien

Camino Frances Teil 3 ist der Abschnitt, in dem Orte nicht nur Kulisse sind, sondern Antwort geben. Zwischen Cruz de Ferro, einem stillen Kloster und Abenden voller Gemeinschaft lernt der Pilger: Zweifel gehen mit — aber Hoffnung geht nicht mehr weg.

🌅 Ein Stern für den Weg – und der Beginn eines neuen Selbst ✨

Der kleine Papierstern wurde für mich zum Symbol meiner gesamten Reise. Zerbrechlich. Leicht. Unspektakulär. Und doch stärker als mein 14-Kilo-Rucksack. 🌟 Er erinnerte mich daran, dass nicht die großen Dinge dich tragen – sondern die kleinen. Ein Lächeln, ein Wort, ein Stern, der dir zufliegt.

Ein unscheinbarer Papierstern

Ein unscheinbarer Papierstern aus einem Kloster wurde zum stärksten Symbol meiner Reise – zart, leicht und doch mächtig genug, mein Herz und meinen Rucksack spürbar zu erleichtern. 🌟

Manchmal sind es die leichtesten Dinge, die die größte Last nehmen – ein Papierstern, ein Lächeln, ein Moment, der dein Herz neu ordnet.

🌄 Camino Frances Teil 3: Orte, die das Herz öffnen ✨

In Camino Frances Teil 3 verändert sich etwas: Der Rucksack wird nicht leichter – aber das Herz wird mutiger. Der Camino war für mich nie nur ein Wanderweg. Er fühlte sich an wie eine Kette aus Momenten, die sich wie kleine Perlen aneinanderreihten – manche unscheinbar, manche so hell, dass sie mir bis heute unter die Haut gehen. Während ich mit meinem Rucksack über Felder, Berge und durch stille Wälder wanderte, lernte ich eines: Nicht die Kilometer ändern dich, sondern die Orte, an denen du stehen bleibst – freiwillig oder weil dich der Moment überwältigt. 🌿✨
Drei dieser Orte haben mein Herz berührt wie kaum etwas zuvor: das Cruz de Ferro Camino ein kleines Kloster voller Wärme und eine Begegnung, die in Form eines zerbrechlichen Symbols stärker war als jeder Muskel in meinen Beinen.
Der Weg dorthin führte mich über steinige Pfade, durch kühle Morgenluft und langsame Sonnenaufgänge. Ich spürte den Druck der Rucksackgurte, hörte das rhythmische Knirschen meiner Schritte und dieses leise Knistern von etwas, das in mir arbeitete. Vielleicht war es Hoffnung. Vielleicht war es Heilung. Vielleicht beides. 😊
Und dann stand ich vor einem der heiligsten Orte des Camino: dem Kreuz der Lasten.

Buen Camino Pilgerreise – Mal ist es ein Dorf, mal nur ein Haus aber nie ist man alleine

🪨 Cruz de Ferro – wo Steine schwerer wiegen als Worte 💛

Ich hatte viel vom Cruz de Ferro gehört. Ein schlichtes Holzkreuz, einsam auf einem Berg. Und doch entwickelte es eine Kraft, die mich schon aus der Ferne traf. Jeder Pilger bringt einen Stein hierher, als Symbol für die Lasten, die er ablegen möchte. Manche tragen ihren Stein wochenlang im Rucksack, andere finden ihn am Wegesrand, manchmal spontan, manchmal mit Bedeutung beladen. Als ich den Berg erreichte, stockte mir der Atem. Vor mir erhob sich ein gigantischer Haufen aus Steinen – größer, wilder, emotionaler, als ich es mir jemals vorgestellt hatte. Jeder dieser Steine war ein Stück Leben. Ein Schmerz. Ein Verlust. Eine Schuld. Eine Sehnsucht. Ein Wunsch. Es fühlte sich an, als würde ich auf einem kollektiven Berg aus Menschenschicksalen stehen. Die Luft vibrierte vor Geschichten, die niemand aussprach – aber jeder spürte. Ich setzte mich hin. Einfach so. Neben all diese Steine. Der Wind zog an meinem Shirt, die Sonne schob sich durch die Wolken, und meine Hände lagen um meinen eigenen Stein, der warm und doch schmerzhaft schwer in meiner Hand lag. Ich dachte nach. Lange. Über alles, was ich mit mir herumtrug. Über Worte, die nie gesagt wurden. Über Ängste, die mich blockierten. Über Zweifel, die mich heimlich begleiteten wie Schatten. Und plötzlich liefen mir Tränen über die Wangen. Nicht dramatisch. Einfach ehrlich. Als ich meinen Stein auf den Berg legte, war es, als würde ein unsichtbarer Faden reißen – ein Faden, der mich an Dinge band, die längst zu schwer geworden waren. Ich ging weiter. Doch ein Teil von mir blieb dort oben. Leichter. Weicher. Ehrlicher. 🥾💛 Ein paar Tage später führte mich der Weg in eine andere Welt – in ein kleines Kloster.

Buen Camino Pilgerreise – Mein Schlafzimmer heute Nacht

✨ Ein stilles Kloster und ein Stern, der mehr trägt als der Rucksack ⭐

Das Kloster lag still am Ende eines Weges, der so unscheinbar war, dass ich ihn beinahe übersehen hätte. Von außen schlicht, beinahe unspektakulär – aber innen war es, als hätte jemand die Welt kurz angehalten. Eine tiefe Wärme erfüllte die Räume. Kein Luxus, keine großen Reden – nur Menschen, die voneinander wussten, dass sie gerade auf einer inneren Reise waren. Die Nonnen baten uns Pilger, beim Abendessen zu helfen. Wir schnitten Gemüse, rührten in großen dampfenden Töpfen, lachten miteinander, obwohl wir nur wenige Worte teilten. Für einen Moment fühlte ich mich nicht wie ein Pilger, sondern wie ein Teil einer Familie. Am Vormittag hatten die Nonnen von einem Kind einen selbstgebastelten Stern bekommen. Aus Papier, leicht zerknittert, bunt bemalt – unvollkommen, liebevoll, voller Herz. Sie beschlossen, ihn an jemanden weiterzugeben, der ihn „brauchen könne“. Und an diesem Abend legte mir eine Schwester den Stern in die Hand. „Für dich“, sagte sie nur. Ich war wie eingefroren. Warum ich? Ich war doch nur einer von vielen. Doch in diesem winzigen Moment fühlte ich mich gesehen. Wertvoll. Wichtig. Gemeint. Ich trug den Stern von da an im Rucksack. Und jedes Mal, wenn ich ihn ansah, erinnerte er mich daran, dass es auf diesem Weg nicht um Leistung ging. Nicht um Stärke. Sondern um Menschlichkeit. 💛 Die nächsten Tage waren lang. Der Camino begann erneut, mir seine raue Seite zu zeigen.

Buen Camino Pilgerreise – Ein Dorf in den Wolken

🌧️ Regen, Zweifel und das Wunder der Gemeinschaft 🔥

Zwischen diesen besonderen Orten lagen viele Kilometer, die weniger heilig wirkten. Tage, an denen mir der Regen horizontal ins Gesicht prasselte, als wolle er mich prüfen. Tage, an denen die Sonne so brannte, dass ich mein Wasser rationieren musste und meine Kräfte an der Kante entlangschrammten. Immer wieder kam mir dieselbe Frage: Warum mache ich das? Nicht als Drama. Sondern als ehrliche Selbstreflexion, die sich zwischen Schritt und Atemzug vorbeischob. Doch die Antwort kam nicht als Knall. Sie kam leise. Stück für Stück. Mit jedem Ort, jeder Begegnung, jedem Stein. Der Camino spiegelte mir meine Schwächen – aber auch meine Stärke. Er zeigte mir, dass ich zusammenbrechen konnte und trotzdem wieder aufstand. Abends, in den Herbergen, wartete dann der Zauber, der mich manchmal mehr heilte als jeder Sonnenaufgang. Pilger aus aller Welt saßen zusammen an einfachen Holztischen, teilten Brot, Wein und Geschichten. Manche erzählten, manche schwiegen. Manche lachten, manche weinten. Aber niemand war allein. Diese Abende fühlten sich an wie kleine Inseln der Geborgenheit. Als würde der Camino uns alle an einen Tisch setzen und sagen: „Ihr müsst das nicht alleine tragen.“ Und vielleicht ist genau das der Kern dieses Weges.

Pilgern auf dem Jakobsweg Teil 3

Zurückblättern: Teil 2 hat mich gelehrt, wie Menschen zu Wegweisern werden — wenn der Kopf müde ist und das Herz trotzdem weitergeht. Weiterblättern: In Teil 4 wird aus „Ich halte durch“ langsam „Ich gehöre hierhin“ — Schritt für Schritt, bis der Weg selbst zum Zuhause wird.

Wissenswertes:

Der Camino Frances ist der bekannteste Jakobsweg und führt über viele hundert Kilometer quer durch Nordspanien bis nach Santiago de Compostela. Ein besonderer Ort ist das Cruz de Ferro: Pilger legen dort traditionell einen Stein ab – als Symbol für Lasten, die man unterwegs loslassen möchte.

Aktuelle Infos zur Pilgerurkunde (Compostela), Stempelregeln und Pilgerbüro findest du bei der offiziellen Seite in Santiago: Oficina del Peregrino – Santiago de Compostela

Momente unterwegs

Manche Eindrücke lassen sich nicht in Worte fassen. Diese Bilder sind unterwegs entstanden – zwischen Wind, Wegen und kleinen Pausen. Sie erzählen von Stimmungen, Licht und Augenblicken, die bleiben, auch wenn die Tour längst vorbei ist.

Lass doch einfach was da

Du kennst die Strecke, warst schon hier unterwegs oder hast einfach eine Frage zur Tour?
Schreib gern einen Kommentar. Der Radfahrer freut sich über Geschichten, Tipps und Gedanken von unterwegs.

0 Kommentare

Bis zum nächsten Rückenwind

Vielleicht planst du gerade deine nächste Tour, vielleicht träumst du nur vom Meer oder vom Wald vor der Haustür. Egal, wo du gerade bist – ich hoffe, dass du hier etwas findest, das dich ein Stück nach draußen zieht.

  • home
  • E
  • Camino Frances Teil 3: Cruz de Ferro & Klosterwärme