lovingtailwind - Abenteuer zwischen Meer, Wald und Schotterwegen

Wenn Wege zu Reisen werden Alpe Adria Radreise Tag 1: Über die Berge ans Meer

loving tailwind

Die Alpen vor mir, die Adria fern im Kopf – und ich völlig untrainiert mittendrin. Schon nach den ersten Metern wird klar: Diese Tour wird chaotisch, kalt, wunderschön und voller Geschichten. Genau der perfekte Start für ein echtes Abenteuer auf zwei Rädern.

Alpe Adria Radreise Tag 1: Über die Berge ans Meer

#1 | #AlpeAdria | #Ausflüge | #Berge | #Fernreisen | #Golling | #lovingtailwind | #MTB | #RadLiebe | #Tagestouren | Ort Golling

Warum diese Strecke die beste Entscheidung war

Die Alpe Adria Radreise Tag 1 beginnt für mich mit einer Entscheidung: einfach loszufahren – über die Berge, hinein ins Abenteuer.
Die Fahrt von Salzburg nach Golling war anstrengend, kalt und voller Überraschungen – und genau deshalb eine großartige Idee. Die Route entlang der Salzach bot atemberaubende Bergblicke, stille Dörfer und echte Abenteuer: von einer unerwarteten Militärkontrolle bis zum wohlverdienten Kaffee bei einer Floristin. Trotz brennender Oberschenkel belohnte jeder Kilometer mit beeindruckender Natur, lebendigen Begegnungen und dem Gefühl, wirklich unterwegs zu sein. Diese Strecke zeigte mir sofort, warum Radreisen einzigartig sind: Sie verbinden Herausforderung, Freiheit und unvergessliche Geschichten.

✨ Besonderheit des Tages

Die unerwartete Begegnung mit einer Militärkontrolle machte die Tour unvergesslich: Trotz Sperre durfte ich passieren – ein surrealer Moment, der Abenteuergeist und Humor perfekt vereinte.
Manchmal führt dich der richtige Weg direkt durch eine gesperrte Grenze – und genau dort beginnt das echte Abenteuer.

Alpe Adria Radreise Tag 1: Wenn Abenteuer leise anklopfen 😅

Heute beginnt sie also – meine große Reise über die Alpen bis zur Adria. Der Moment, auf den ich mich so lange gefreut habe… und auf den ich mich offensichtlich so überhaupt nicht vorbereitet habe 😬. Während andere monatelang Trainingspläne durchziehen, 6 Uhr morgens freiwillig aufs Rad steigen und ihre Beine härter machen als Stahlträger, stehe ich hier, schaue auf mein Bike und denke: „Naja… wird schon.“ ☺️ 100 Kilometer? Bis zu 1.500 Höhenmeter? Ja, klar – hätte ich alles vorher wissen können… wenn ich das Kleingedruckte gelesen hätte 🙄. Aber wer liest das schon? Eben. „Einfach aus dem Hotel raus, Richtung Süden“, hatte man mir gesagt. Ich drehe mich drei Mal im Kreis, mustere die drei Straßen, die alle irgendwie nach Süden aussehen, und entscheide mich – heldenhaft – für die richtige. Zufall? Können? Pure Intuition? Ich gehe natürlich von einer Mischung aus allem aus 😬. Es ist noch früh am Morgen, die Luft hat vielleicht sieben Grad, und mein Körper fragt mich beleidigt: „Ernsthaft? Heute? Ohne Handschuhe? Ohne Jacke? Ohne Hirn?“ 🥶 Ja, anscheinend ja. Doch dann breitet sich dieser magische Moment vor mir aus: die Sonne küsst die Bergspitzen, lässt sie golden glitzern, während die Salzach ruhig neben mir fließt. Und plötzlich frage ich mich: „Muss ich da wirklich rüber? Da ganz rauf? Wirklich?“ 😳 Spoiler: Ja. Aber noch lebe ich in glücklicher Unwissenheit. Ich folge dem Tauernradweg, der mich mit seinen grünen Schildern freundlich anlächelt. Gut ausgebaut, angenehm fahrbar, mit kleinen Schotterabschnitten, die meine Mountainbike-Seele aufhorchen lassen. Die Strecke ist wunderschön: kleine Dörfer, hübsche Häuser, der Duft von frischem Holz und feuchtem Gras. Immer wieder wirken die Orte wie gemalt – und wie gemacht für eine koffeinlastige Pause ☕. Aber natürlich kommt alles anders.

Radreise Alpen Adria: Vor mir die Berge, muss ich da rüber?

Militärsperre, Mut und Bauchgefühl 😳

Nach ein paar Kilometern rolle ich entspannt den Weg entlang – und dann steht plötzlich eine militärische Sperre vor mir. Mit Soldaten. Mit Waffen. Mit diesem Blick, der sagt: „Junge, bist du sicher, dass du hier sein sollst?“ Ich checke mein Navi. Ich checke die Schilder. Ich checke meinen Mut, der sich heimlich verkrümelt hat. Dann rolle ich auf die beiden zu und sage den legendären Satz: „Mein Navi sagt, ich muss da durch.“ 😬 Ungläubiges Schweigen. Blicke, die Bände sprechen. Ich überlege kurz, ob ich vielleicht schon heute den Rückweg antreten sollte. Doch dann – ohne ein einziges Wort – wird die Absperrung zur Seite geschoben. Einfach so. Kein Kommentar. Kein Nicken. Kein „Gute Fahrt“. Einfach gar nichts. 😳 Ich fahre durch und frage mich, ob das jetzt ein Fehler war… oder einfach ein richtig guter Anfang für eine gute Geschichte. Wenig später rolle ich heil, unbeschossen und überraschend erleichtert in Hallein ein. Ein hübsches Örtchen, kleine Gassen, ruhige Ecken, aber: alle Cafés zu. Natürlich. Ich frage mich, ob hier der heilige Jakobus persönlich seine schützende Hand im Spiel hat – und falls ja, warum er mich ohne Kaffee lässt 😌. Doch dann entdecke ich eine Floristin. Eine Freundin hatte mir mal gesagt: „Floristen haben IMMER Kaffee.“ Und was soll ich sagen? Sie hatte recht. Ich bekomme eine Tasse. Eine richtige. Kein Automatenzeug. Kein Zufallsgebräu. Ein echter Kaffee ☺️ Damit ist der Tag offiziell gerettet. Mit frischer Energie geht es weiter. Unterwegs treffe ich zwei Rentner und eine Kuh – allesamt auf ihre Art sehr freundlich. Die Kuh wollte gestreichelt werden (hab ich gemacht), die Rentner zum Glück nicht 😬. Aber sie waren mit dem Zelt unterwegs! Und das hat mich echt beeindruckt. Nächstes Mal mache ich das auch, nehme ich mir fest vor ☺️. Die Strecke wird nun steiler, kurviger, anspruchsvoller. Meine Oberschenkel diskutieren schon erste Streikoptionen, aber die Aussicht ist so schön, dass sie einfach nicht durchkommen. So funktioniert Teamarbeit 🤝😄

Radreise Golling: Mein ständiger Begleiter, die Salzach

Radfahren zwischen Salzach, Bergen und Gedanken

Je näher ich Golling komme, desto mehr hat die Strecke dieses typische alpine „Na komm, ein bisschen kannst du noch!“ Es windet sich hoch, dreht sich links, schlägt einen Bogen rechts, und ich merke, wie sich die Muskeln melden. Erst leise, dann etwas deutlicher, und irgendwann in voller Lautstärke. Aber die Landschaft! Diese Berge! Als stünden sie nur für mich da und würden sagen: „Schau her, du kleiner Radfahrer, wir machen dich heute fertig, aber du wirst uns lieben.“ Die Luft wird klarer, der Weg enger, die Wälder dichter. Immer wieder öffnet sich der Blick auf das Tal und die Salzach, die sich wie ein silberner Faden durch die Landschaft zieht. Und irgendwo in mir drin entsteht dieses Gefühl, das nur auf Radreisen entsteht: eine Mischung aus Freiheit, Anstrengung und absoluter Lebendigkeit. Zwischendurch überlege ich, warum ich das eigentlich tue. Warum ich nicht am Strand liege. Warum ich keinen All-inclusive-Drink in der Hand habe. Warum ich stattdessen keuchend auf einem Rad sitze und dabei versuche, nicht gegen einen Felsen zu fahren. Die Antwort kommt plötzlich ganz von selbst: Weil genau das Leben ist. Weil genau hier die Geschichten entstehen. Weil diese Berge mich anfeuern, mich herausfordern, mich lebendig machen. Die Sonne wandert langsam tiefer, die Schatten werden länger, und ich merke: Ich bin fast da. Golling! Ein kleines farbenfrohes Städtchen, das mich schon aus der Ferne anlächelt.

Radreise über die Alpen: Am Horizont liegt das Meer still. Ein Moment zum Innehalten – bevor der Weg weitergeht.

Golling erreichen – müde Beine, volles Herz

Endlich rolle ich hinein. Golling ist bunt, charmant, voller verzierter Häuser und freundlicher Menschen. Na ja… freundlich bestimmt. Verstanden habe ich niemanden 😳 Der Dialekt hier ist irgendwo zwischen „Uralpisch“, „mittelalterlich“ und „Was habt ihr gerade gesagt?“ angesiedelt. Ich verstehe wirklich gar nichts. Spanisch kann ich nicht – aber ich hätte es hier besser verstanden als diese Sätze, die klingen wie eine Mischung aus Gesang, Gebrüll und zärtlicher Liebeserklärung an die Berge. Also mache ich das einzig Logische: Ich gehe asiatisch essen 😄 Da verstehe ich zwar auch nichts – aber immerhin klingt es vertrauter als der lokale Dialekt. Mit vollem Bauch, müden Beinen und einem Herzen, das irgendwo zwischen Stolz und Vorfreude pulsiert, schlendere ich später durch die kleinen Gassen. Tag 1 meiner Tour liegt hinter mir. Und er hat alles geboten, was ein echter Anfang braucht: Chaos, Schönheit, Kälte, Kaffee, Kühe, Soldaten, Berge, Dialekte – und diesen wunderbaren Moment, in dem ich denke: „Ja. Genau hier beginnt mein Abenteuer.“ ☺️ 🚴‍♂️ 💙 🌄

Alpe Adria Radreise Tag 1

Das war Tag 1 meiner Alpe-Adria-Radreise. Die nächsten Etappen führen mich weiter Richtung Süden – über neue Berge, neue Zweifel und neue kleine Siege.

Wissenswertes: Der Tauernradweg, den ich an diesem Tag teilweise fahre, gehört zu den beliebtesten Radfernwegen Österreichs und verbindet Salzburg mit Kärnten auf über 300 Kilometern. Salzburgerland

Der Radfahrer steht da, das Bike unter ihm surrt leise, wie zur Beruhigung. Doch in seinem Kopf klickt es wie eine schlecht justierte Schaltung: zu früh, zu spät, nie ganz im Takt. Heute beginnt sie – diese Tour über die Alpen. Und mit ihr die Flucht nach vorn. Weg von ihr. Weg von gestern. Die Luft ist kühl, der Atem sichtbar. Die Reifen schnappen sich den ersten Asphalt wie ein zögerlicher Händedruck mit dem Unbekannten. Keine Handschuhe. Kein Plan. Nur ein gebrochener Mann auf zwei Rädern, der dem Süden entgegenrollt. Jede Kurbelumdrehung ein kleines: Vielleicht schaff ich’s doch. Als sich der Radweg der Salzach entlangschmiegt, flirrt die Sonne auf dem Wasser wie ein stilles Versprechen. Doch dann: Uniformen. Waffen. Eine Grenze. Der Radfahrer schluckt. Sein Mut klappert wie eine lose Kette im Wiegetritt. Und trotzdem fährt er weiter. Nicht, weil er sicher ist. Sondern weil er muss. Ein Kaffee aus der Hand einer Floristin. Ein Blick ins Tal. Das leise Knacken im Rahmen, wenn es steil wird. Und irgendwo zwischen Schweißperlen und Stille meldet sich etwas zurück: eine Ahnung von Freiheit. Am Abend, in Golling, versteht er kein Wort. Aber er versteht etwas anderes: Er lebt wieder. Noch vorsichtig. Noch nicht rund laufend. Aber das Herz – das dreht sich wieder.

Momente unterwegs

Manche Eindrücke lassen sich nicht in Worte fassen. Diese Bilder sind unterwegs entstanden – zwischen Wind, Wegen und kleinen Pausen. Sie erzählen von Stimmungen, Licht und Augenblicken, die bleiben, auch wenn die Tour längst vorbei ist.

Lass doch einfach was da

Du kennst die Strecke, warst schon hier unterwegs oder hast einfach eine Frage zur Tour?
Schreib gern einen Kommentar. Der Radfahrer freut sich über Geschichten, Tipps und Gedanken von unterwegs.

0 Kommentare

Bis zum nächsten Rückenwind

Vielleicht planst du gerade deine nächste Tour, vielleicht träumst du nur vom Meer oder vom Wald vor der Haustür. Egal, wo du gerade bist – ich hoffe, dass du hier etwas findest, das dich ein Stück nach draußen zieht.

  • home
  • E
  • Alpe Adria Radreise Tag 1: Über die Berge ans Meer